Ansturm auf den "Nussknacker"

27 Nov

FОТО: PIXABAY.COM.


Nicht nur in Russland wollen viele Menschen in der Weihnachtszeit Tschaikowskys "Nussknacker" im Theater sehen. Weltweit sind die Tickets begehrt und viele Vorstellungen bereits ausverkauft.

 

Das Ballett "Der Nussknacker" des russischen Komponisten Peter Tschaikowsky wird traditionell in vielen Theatern in der Zeit rund um Weihnachten aufgeführt. Das Märchen um den magischen Nussknacker, der zum Leben erweckt wird, spricht Liebhaber von Ballettaufführungen ebenso an wie unerfahrene Theaterbesucher.

 

Im Dezember 2023 werden die größten Theater der Welt, vom Londoner Royal Opera House bis zum San Francisco Ballet, wieder den "Nussknacker" zeigen und die Zuschauer in eine gemütliche, weihnachtliche Atmosphäre eintauchen lassen. Dies werden auch die wichtigsten Theater in Russland, im Heimatland dieses Balletts tun, das am 6. Dezember 1892 in St. Petersburg uraufgeführt wurde.

 

Hohe Nachfrage nach Karten in Moskau

Doch rund um die angekündigten "Nussknacker"-Aufführungen im Bolschoi-Theater gibt es schon jetzt viel Aufregung. Der Vorverkauf von Eintrittskarten für den "Nussknacker" startete wie jedes Jahr mit Warteschlangen und Drängeleien. Schon am Abend vor Verkaufsbeginn Anfang November bildeten sich vor dem Bolschoi-Theater lange Schlangen. Der Sicherheitsdienst des Theaters verteilte an die Wartenden täglich bis zu 400 Armbänder mit Wartenummern. 


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Später begannen Spekulanten, diese im Internet zu verkaufen. Für einen Platz in der Schlange verlangten sie 15.000 bis 50.000 Rubel (umgerechnet etwa 155 bis 516 Euro) - und das ohne Garantie auf eine Eintrittskarte. Die Online-Plattform, über die die Wartenummern verkauft wurden, teilte später mit, alle entsprechenden Angebote seien gelöscht worden.

Russische Behördenvertreter und Medien sprechen von einer enormen Nachfrage nach dem "Nussknacker". Das Bolschoi-Theater kann ihr jedoch nicht nachkommen. "Wir sind kein Kino mit Spielzeiten", erklärte Wladimir Urin, offiziell noch Intendant des Bolschoi-Theaters, gegenüber der russischen Nachrichtenagentur RIA Novosti. Laut einer ungenannten Quelle des Magazins "Forbes" soll Wladimir Urin am 17. November auf eigenen Wunsch von seinem Posten zurückgetreten sein. Später hat er diese Information im Interview gegenüber der staatlichen Nachrichtenagentur TASS dementiert. 

Offiziell verlangt das Bolschoi-Theater für eine Eintrittskarte für den "Nussknacker" zwischen 1.500 und 20.000 Rubel (umgerechnet etwa 16 bis 206 Euro). Alle Karten sind personengebunden. Sie werden unter Vorlage des Ausweises oder der Geburtsurkunde ausgestellt und können nicht auf andere Personen übertragen werden. Da Interessenten für eine Karte entweder lange vor der Theaterkasse ausharren oder Spekulanten exorbitante Preise zahlen müssen, können es sich nur wenige Russen leisten, eine der Aufführungen zu besuchen.

 

"Der Nussknacker" weltweit beliebt

Im Moskauer Bolschoi-Theater sind laut Website alle Karten für den "Nussknacker" ausverkauft. Wie sieht es mit Karten für den "Nussknacker" in anderen großen Theaterhäusern aus? Für das Royal Opera House in London, die Pariser Opéra Bastille, das Petersburger Mariinski-Theater, das New York City Ballet und das San Francisco Ballet gibt es noch Restkarten, vorwiegend in den teuersten Kategorien. Im Staatstheater Stuttgart sind alle acht Vorstellungen im Dezember ausverkauft. Für die Inszenierung des Balletts durch John Neumeier in Hamburg sind ebenfalls keine Karten mehr erhältlich.

Am Staatstheater Stuttgart, das im vergangenen Jahr zum ersten Mal seit 50 Jahren den "Nussknacker" inszenierte, wundert man sich über den großen Ansturm auf die Aufführung in Moskau nicht: "'Der Nussknacker' ist ein absoluter Klassiker, der seinen Ursprung in Russland hat. Es ist klar, dass die Nachfrage dort so groß ist."

 

Autorin Marina Jung

Adaption aus dem Russischen: Markian Ostaptschuk

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