Die Reisetrends 2022

17 Apr

Die Corona-Pandemie hat die Reisebranche weltweit aufgemischt. Geblieben sind alte Gewohnheiten, neue Trends - und Erinnerungen.

 

Nicht weit entfernt: Urlaub in der Heimat

Ob Ostsee, Lüneburger Heide oder Allgäu - während der Corona-Pandemie lernten viele Deutsche die Vorzüge ihres eigenen Landes kennen und schätzen. Anstatt ins Ausland zu verreisen, blieben die meisten einfach in der Heimat. Ein Trend, der 2022 ungebrochen ist. Die Reise ist einfach zu planen - und das Risiko irgendwo im Ausland festzusitzen, ist gleich Null.

Große Freiheit: Campen

Während der Pandemie waren Hotels für Urlauber lange geschlossen. Und plötzlich boomte der Verkauf von Wohnmobilen und Campern. Die Campingplätze in Deutschland waren im Nu ausgebucht. Und 2022? Die steigenden Spritpreise verderben den Campern die Laune. Bei einem Verbrauch von bis zu zehn, elf Litern auf 100 Kilometern trägt die Urlaubskasse Trauer.

Kleine Fluchten: Ferienhäuser und -wohnungen

Vieles, was den Aufenthalt in einem Hotel angenehm macht, zum Beispiel das Frühstücksbuffet oder die Nutzung von Sauna- und Wellnessbereich, war in den Pandemiesommern 2020/21 nicht mehr möglich. Urlauber scheuten plötzlich den Kontakt zu anderen Menschen. Dann doch lieber gleich was Eigenes. Ferienhäuser und -wohnungen erlebten einen Boom. Dabei dürfte es 2022 wohl bleiben.

Sattelfest: Urlaub mit dem E-Bike

Die Pandemie brachte die Deutschen aufs Rad, genauer gesagt aufs E-Bike. Die Händler kamen mit den Bestellungen kaum hinterher. Zwar waren die Buchungen für Radreisen wegen Corona eingebrochen, aber die Deutschen entdeckten die Landschaft vor ihrer Haustür. Und jetzt, da die Corona-Beschränkungen überall in Europa fallen, ist zu erwarten, dass sie weiter ausschwärmen. Und wieder Radreisen buchen.

Mobil: Arbeiten unter Palmen

Dem Homeoffice entfliehen und einfach da arbeiten, wo man sonst Urlaub macht. Eine Nische im Tourismus-Markt, die mit der Pandemie Fahrt aufgenommen hat. Wer sich via "Remote Work" das Arbeiten unter den Palmen ermöglichen möchte, stößt zum Beispiel auf den Kanarischen Inseln auf offene Arme. Allerdings muss auch der Arbeitgeber mitziehen, sonst wird es kompliziert.

Pandemiegebeutelt: Kreuzfahrt

Corona hat die Kreuzfahrtindustrie massiv ausgebremst. Allein in Deutschland sank die Zahl von 3,7 Millionen Reisenden im Jahr 2019 auf 1,4 Millionen in 2020 - und im Pandemie-Jahr 2021 fast auf den Nullpunkt. Und das trotz täglicher COVID-Checks, hoher Hygienestandards und coronagerechter Bord-Bespaßung. Auch wenn die Pandemie nun abebbt, die Kreuzfahrt befindet sich noch in schwerer See.

Teurer geworden: Fliegen

Langsam füllen sich die Flugpläne wieder mit internationalen Reisezielen. Aber Urlauber müssen 2022 deutlich tiefer in die Tasche greifen. Einer der Preistreiber ist der wegen des Ukraine-Kriegs in die Höhe geschnellte Ölpreis. Ungeachtet dessen rechnet der internationale Luftverkehrsverband (IATA) 2024 mit einer völligen Erholung der Passagierzahlen, die wegen Corona eingebrochen waren.

Corona- und Einreiseregeln: Die Welt macht sich locker

Alles dabei? FFP2-Masken an Bord, Mindestabstand beim Einchecken, Corona-Kontrollen, gültiger PCR-Test, Impf- oder Genesenennachweis. Reisen ist mit Corona kompliziert geworden. Das ändert sich aber gerade: Nach und nach fallen weltweit die coronabedingten Beschränkungen und Einreiseregeln - und bei vielen Airlines auch die Maskenpflicht an Bord.

Sehnsucht: Fernreisen

Die Nachfrage nach Fernreise-Zielen ist im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen, von dem Vor-Corona-Niveau aber noch weit entfernt. Ob Thailand, Indonesien oder Südafrika - in vielen Ländern fährt der Reisebetrieb wieder hoch. Auch die bei deutschen Touristen beliebten Destinationen Neuseeland (Foto) und Australien, die sich monatelang abgeschottet haben, heißen Gäste wieder willkommen.

Weiter im Trend: Europa

Das kommt so schnell nicht wieder: Der menschenleere Markusplatz in Venedig. Es dürfte eine pandemiebedingte Ausnahme gewesen sein. Nun machen sich die Touristen wieder auf den Weg. Italien ist für deutsche Osterurlauber neben Österreich das beliebteste Reiseziel. Teure Flugtickets halten sie nicht ab, denn im Zweifel nehmen sie das Auto oder, noch besser, den Zug.

Im Aufwind: Nachhaltige Angebote

Als mit der Corona-Pandemie die Gäste ausblieben, entdeckten viele Destinationen, wie schön es ohne Menschenmassen ist, und feilen seither an nachhaltigen Konzepten. Wir sind gespannt, was da noch kommt. Die nachhaltige Anreise steht schon mal: Es gibt immer mehr Zugverbindungen in Europa, ob Zürich-Amsterdam, Mailand-Palermo oder Wien-Paris.

 

Autorin Anne Termèche

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