Erneuerbare boomen, Klimaschutz braucht bessere Politik

10 Dez

FОТО: PIXABAY.COM.


Solar- und Windkraft machen die Energieversorgung weltweit günstiger. Doch die Chancen werden noch zu wenig genutzt und die Staaten müssen hier mehr tun. In Dubai wurde das globale Klimaschutzranking veröffentlicht.

 

Während die Staaten der Welt bei der Weltklimakonferenz um den Ausstieg aus fossilen Energien ringen, zeigt der aktuelle Klimaschutz-Index (Climate Change Performance, CCPI) ein zwiespältiges Bild für die erneuerbaren Alternativen.

 

Zwar setzten fast alle großen Volkswirtschaften inzwischen auf Wind-, Sonne- und Wasserkraft, heißt es in der Analyse der 450 Experten. Andererseits müsste der Ausbau der Erneuerbaren jedoch schnell exponentiell wachsen, um den CO2-Ausstoß rasch zu senken und die fossilen Energieträger zu ersetzten. Der Index bewertete die 63 wirtschaftlich stärksten Länder, die für rund 90 Prozent der Treibhausgase verantwortlich sind. Er wird von den Nichtregierungsorganisationen Germanwatch, New Climate Institute und Climate Action Network (CAN) erstellt und jedes Jahr zur Halbzeit der Klimakonferenz veröffentlicht.


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"Wir kommen jetzt in eine ganz entscheidende Phase: Die Emissionen bis 2030 müssen weltweit nahezu halbiert werden, um eine Eskalation der Klimakrise zu vermeiden", sagt Co-Autor, Prof. Niklas Höhne vom New Climate Institute. "Den entscheidenden Beitrag müssen die 63 Staaten und die EU leisten, die wir in diesem Index betrachten." Von der laufenden UN-Klimakonferenz in Dubai erhoffen sich die Experten einen wichtigen Schub für die Transformation: "Wir brauchen bindende Beschlüsse, die Kapazität der Erneuerbaren Energien bis 2030 global zu verdreifachen", sagt Jan Burck von der Umweltorganisation Germanwatch.

 

Dänemark, Estland, Marokko – schneller Ausbau der Erneuerbaren

Bewertet werden für den Index der Treibhausgas-Ausstoß, der Energieverbrauch, der Anteil der erneuerbaren Energien im Energiemix und die Energiepolitik der Länder. Die ersten drei Plätze beim Klimaschutzranking bleiben wie schon im letzten Jahr leer, denn kein Land ist derzeit auf dem Pfad zum 1,5-Grad Ziel. Spitzenreiter ist wieder Dänemark (Rang 4). Dort wurden erneuerbare Energien für Strom und Heizen in den letzten Jahren konsequent ausgebaut, der Treibhausgasausstoß ist entsprechend niedrig. Doch hat sich die ambitionierte Klimapolitik dort seit den Wahlen im Oktober 2022 verlangsamt, das "gefährdet die nationalen Reduktionsziele für 2025 und 2030", so Höhne.

Auch Estland (5.) ist mit vorne auf dem Index, ebenso wie die Philippinen (6.) und die Niederlande (8.) Viel Dynamik beim Ausbau von Wind- und Sonnenkraft gibt es auch in Kroatien, Malaysia den Niederlanden, China, der Türkei, Vietnam, Bulgarien und Indonesien. Weil viele dieser Länder derzeit jedoch auch noch Kohle, Öl und Gas in großen Mengen verbrennen, kommen sie in der Gesamtbewertung der Kategorie erneuerbare Energien nur auf "gut" oder "mäßig".

 

"Gut" für Indien, Deutschland, Marokko, EU

Die Gesamtbewertung "gut" erhalten neben den Philippinen auch Indien, Marokko, Chile, die europäische Union als Ganzes und sieben europäische Länder, darunter auch Deutschland (14.), dass sich im Vergleich zum Vorjahr um zwei Plätze verbessert hat. Positiv bewerten die Experten die neuen politischen Maßnahmen der Bundesregierung zum beschleunigten Ausbau der Erneuerbaren Energien, negativ vor allem die schwache Verkehrspolitik "wo sehr wenig passiert", so Burck.

 

Brasilien gehört zu den besten Aufsteigern, Großbritannien steigt weiter ab

Zu den größten Aufsteigern zählt dieses Jahr Brasilien, das von Platz 38 im letzten Jahr auf Rang 23 aufstieg. Der Schwenk des neuen Präsidenten Lula zu ambitionierter Klimapolitik und insbesondere zur Eindämmung der Regenwald-Abholzung habe Brasilien bei der Klimapolitik aus dem Keller in die oberste Gruppe geführt. Das Vereinigte Königreich fällt dagegen nach der politischen Klima-Kehrwende im Ranking weiter ab, auch Italien (44. Platz) ist über 15 Plätze zurückgefallen. In der EU wird Polen (55.) am schwächsten bewertet.

Die USA und China schneiden in den Kategorien Energieverbrauch und Emissionen sehr schlecht ab. Beim schnellen Aufbau von Erneuerbaren Energien gehört China jedoch zur Spitzengruppe. Und die Index-Autoren heben die neuen Investitionen in Erneuerbare und Energieeffizienz in den USA als positiv hervor.

 

Ölstaaten am Ende der Liste

Die diesjährigen Gastgeber der Weltklimakonferenz, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) belegen im Ranking den drittletzten Platz. Die Gründe sind die sehr hohen Emissionen von rund 26 Tonnen CO2 pro Person und ein Anteil von weniger als einem Prozent erneuerbarer Energien im Energieverbrauch. Weitere Golfstaaten wie Saudi Arabien sowie die Ölstaaten Iran, Russland, Kanada und den USA stehen ebenfalls am Ende der Liste. Auch Südkorea, Japan und Polen erhalten in der Gesamtbewertung ein "sehr schlecht".

 

Klimaschutz braucht Vorreiter und mutige Politik

Insgesamt wünscht der Energieexperte Burck weltweit "mehr Mut" von Politikern. Einige Länder sollten zudem Vorreiter werden und zeigen, wie der Umbau der Energieversorgung gelingt. "Technisch und ökonomisch liegt eigentlich alles auf dem Tisch", betont Burck. Was in manchen Regionen und Ländern fehle sei der politische Wille. Doch die Vorteile der Umstellung auf erneuerbaren Energien seien "sehr groß", das gebe Hoffnung.

 

Autor Gero Rueter

Redaktion: Anke Rasper

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