Euro 2022: Deutschland gewinnt klar gegen Dänemark

11 Jul

Martina Voss-Tecklenburg strahlte schon vor dem Anpfiff innere Ruhe und Selbstbewusstsein aus. 

 

Warum die deutsche Mannschaft gegen die starken Däninnen, immerhin Vizeeuropameisterinnen bei der letzten EM 2017, nicht auf Glück angewiesen sein müsse, wurde die Bundestrainerin im ZDF-Interview gefragt. "Weil wir was können", antwortete die 55-Jährige mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Dass ihre Mannschaft wirklich etwas kann, bewies sie gleich im Auftaktspiel der Euro 2022: Das DFB-Team gewann nach einer beeindruckenden Leistung durch Tore von Lina Magull (21. Minute), Lea Schüller (57.), Lena Lattwein (78.) und Alexandra Popp (86.) gegen Dänemark mit 4:0 (1:0).

"Wir haben uns in einen Rausch gespielt", freute sich Torschützin Schüller nach dem Abpfiff. Und auch Voss-Tecklenburg sprach hochzufrieden von einer "großartigen" Leistung des gesamten Teams: "Da gibt es nichts zu meckern. Das gibt uns sehr viel Mut und Sicherheit für dieses Turnier." 

Startelf wie im letzten Testspiel

Die Bundestrainerin schickte vor gut 15.000 Zuschauern im Stadion im Londoner Stadtteil Brentford exakt jene Startelf auf den Rasen, die im letzten Vorbereitungsspiel auf die EM die Schweiz mit 7:0 abgefertigt hatte. "Es gab wenig Gründe, etwas zu ändern", sagte Voss-Tecklenburg. "Dieses Team ist eingespielt, und auf der Bank haben wir noch jede Menge Qualität, um auf jede Situation zu reagieren." Die Bundestrainerin meinte damit unter anderen Kapitänin Alexandra Popp, die nach überstandener Knieverletzung und Corona-Infektion noch geschont werden sollte. "Poppi wird ihre Möglichkeiten kriegen", kündigte Voss-Tecklenburg an. "Und dann wird sie da sein."

Magull nutzt Abwehrfehler

Auch die deutschen Spielerinnen, die in der Startelf standen, waren von Beginn an hundertprozentig da. Schnell kauften sie den technisch versierten Däninnen um Superstar Pernille Harder den Schneid ab und übernahmen das Kommando. Verteidigerin Felicitas Rauch traf aus 18 Metern die Latte (10.). Elf Minuten später zappelte das Leder erstmals im Netz des dänischen Tors. Magull nutzte einen Abwehrfehler der Däninnen und nagelte den Ball aus acht Metern ins rechte obere Eck. Wenn man dem DFB-Team überhaupt einen Vorwurf machen konnte, dann den, aus ihren vielen guten Chancen zunächst nicht mehr Kapital geschlagen zu haben. 

Zwei Tore durch eingewechselte Spielerinnen

Auch im zweiten Durchgang änderte sich wenig: Die deutschen Spielerinnen blieben überlegen, sowohl in den Zweikämpfen als auch in puncto Spielfreude und Kreativität. Schüller legte nach einer Ecke mit einem Kopfball aus vier Metern das zweite Tor nach.

Ein weiterer Treffer durch Svenja Huth (74.) wurde wegen Abseits aberkannt. Doch das brachte die deutsche Mannschaft ebenso wenig aus dem Takt wie fünf Auswechslungen. Die Bundestrainerin brachte unter anderen Popp und Lattwein. Letztere hämmerte den Ball aus sechs Metern zum 3:0 in die Maschen und beseitigte mit ihrem ersten Länderspieltor auch die letzten Zweifel, wer an diesem Abend in Brentford als Siegerinnen vom Platz gehen würde. Per Kopf traf schließlich auch noch Popp zum 4:0-Endstand und machte damit die Ankündigung der Bundestrainerin wahr, dass sie "da sein" werde.

Im zweiten Gruppenspiel trifft die deutsche Mannschaft am Dienstag auf Spanien, einen der EM-Favoriten. Die Spanierinnen gewannen ihr Auftaktspiel gegen Finnland mit 4:1 (2:1) - vor den Augen ihrer verletzten Spielmacherin Alexia Putellas. Die Weltfußballerin hatte sich kurz vor dem Turnierstart eine schwere Knieverletzung zugezogen und fällt für die gesamte EM aus. 

Als Martina Voss-Tecklenburg nach dem überragenden Sieg gegen Dänemark ihr Team zu einem Kreis versammelte, rief die Bundestrainerin den deutschen Spielerinnen zu: "Uns muss erst einmal einer schlagen." Weil sie was können.

 

Autor Andreas Sten-Ziemons

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