Fußball-Bundesliga: FC Bayern ist Deutscher Meister

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Der FC Bayern München sichert sich vorzeitig die Meisterschaft und ist weiter titelhungrig. Der Kampf um die Champions League wird eng. Im Abstiegskampf gibt Marie-Louise Eta ihr Debüt. Rückblick auf den 30. Spieltag.

 

Bereits vier Spieltage vor dem Saisonende hat der FC Bayern München die Meisterschaft in der Fußball-Bundesliga perfekt gemacht. Mit 4:2 gewannen die Münchener am Sonntagabend gegen den VfB Stuttgart und sind mit nun 15 Punkten Vorsprung nicht mehr einzuholen. Der Zweitplatzierte, Borussia Dortmund, hatte am Samstag mit 1:2 gegen die TSG Hoffenheim verloren.

"Es war keine Saison mit Ups und Downs, sondern wir waren sehr, sehr konstant", sagte Joshua Kimmich nach dem Spiel. "Das ist uns in der Form in den letzten elf Jahren nicht so oft gelungen, wenn wir da auch zehnmal die Meisterschaft geholt haben. So konstant und souverän wie in diesem Jahr haben wir sie selten gewonnen."

Mit nur einer Niederlage (1:2 gegen den FC Augsburg), vier Unentschieden und bisher 109 erzielten Toren ist die Bilanz tatsächlich einzigartig und die Überlegenheit der Bayern gegenüber dem Rest der Liga eklatant. Daher soll die 35. Meisterschaft der Vereinsgeschichte auch nicht der letzte Titel der Saison sein. 


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"Es fühlt sich wunderschön an. Diese Momente kosten viel Arbeit, dann musst du es genießen", sagte Bayern-Trainer Vincent Kompany, der mit seiner Mannschaft auch noch den DFB-Pokal und die Champions League gewinnen will. In beiden Wettbewerben haben die Bayern das Halbfinale erreicht und treffen auf Paris St.Germain und Bayer 04 Leverkusen. "Es ist noch nicht vorbei, es geht weiter. Aber es ist auch eine Mentalitätssache. Bei uns ist immer Vollgas", meinte der Belgier.

Getrübt wurde die Freude nur durch die Verletzung Serge Gnabry. Der Nationalspieler hatte beim Abschlusstraining einen Ausriss der Adduktoren am rechten Oberschenkel erlitten und wird länger ausfallen. Möglicherweise verpasst er damit auch die Fußball-WM im Sommer. 

 

Bayer Leverkusen patzt erneut

Während RB Leipzig sich mit 3:1 bei Eintracht Frankfurt durchsetzte und langsam für die Champions League planen kann, versäumte es Bayer Leverkusen, wichtige Punkte im Kampf um die "Königsklasse" zu holen. Obwohl sie gegen den FC Augsburg 36 Torschüsse abgaben, erzielten die Spieler der Werkself nur ein Tor. Durch einen Foulelfmeter in der Nachspielzeit verloren sie am Ende sogar noch mit 1:2.

"Es ist unfassbar, dass wir aus den vielen Möglichkeiten nur ein Tor erzielt haben. Das ist unglaublich", sagte Bayer-Trainer Kasper Hjulmand. "Wir waren sehr dominant und haben uns viele Aktionen in der Offensive erspielt und deswegen ist die Niederlage und die Torausbeute sehr frustrierend."

Tabelle der Fußball-Bundesliga nach 30 Spieltagen:

    FC Bayern München | 79 Punkte | 109:29 Tore | +80

     Borussia Dortmund | 64 Punkte | 61:31 Tore | +30

    RB Leipzig | 59 Punkte | 59:37 Tore | +22

    VfB Stuttgart | 56 Punkte | 62:42 Tore | +20

    TSG Hoffenheim | 54 Punkte | 59:44 Tore | +15

     Bayer 04 Leverkusen | 52 Punkte | 60:41 Tore | +19

    SC Freiburg | 43 Punkte | 44:48 Tore | -4

     Eintracht Frankfurt | 42 Punkte | 55:57 Tore | -2

    FC Augsburg | 36 Punkte | 38:54 Tore | -16

    1. FSV Mainz 05 | 34 Punkte | 36:45 Tore | -9

    1. FC Union Berlin | 32 Punkte | 34:52 Tore | -18

    1. FC Köln | 31 Punkte | 44:51 Tore | -7

     Bor. Mönchengladbach | 31 Punkte | 36:50 Tore | -14

     Hamburger SV | 31 Punkte | 33:48 Tore | -15

     Werder Bremen | 31 Punkte | 35:53 Tore | -18

    FC St. Pauli | 26 Punkte | 26:51 Tore | -25

    VfL Wolfsburg | 24 Punkte | 41:66 Tore | -25

    1. FC Heidenheim | 19 Punkte | 33:66 Tore | -33

 

Hoffenheim konnte mit dem Sieg gegen Dortmund in der Tabelle wieder an Leverkusen vorbeiziehen. Da Stuttgart ohne Punkte blieb, ist das Rennen um die Champions-League-Plätze aber weiter eng. Und möglicherweise reicht diese Saison sogar Rang fünf zum Erreichen der "Königsklasse".

Deutschland könnte sich durch Erfolge im Europapokal im UEFA-Saisonranking noch an Spanien vorbei auf Rang zwei schieben. Dann würde die Bundesliga einen der beiden "European Performance Spots“" erhalten und auch der Fünfte würde in der Champions League spielen.

 

Eta verliert ihre Bundesliga-Premiere

Ganz andere Sorgen als UEFA-Rankings haben die Klubs im Abstiegskampf. Dort verpasste der FC St. Pauli gegen den 1. FC Köln einen Sieg gegen einen direkten Konkurrenten. Köln bekam in der Schlussphase vom VAR einen Strafstoß zugesprochen und das Spiel endete 1:1. Borussia Mönchengladbach holte beim 1:1 gegen den FSV Mainz 05 ebenfalls einen Zähler. Wichtige Punkte und viel Selbstvertrauen sammelte dagegen Werder Bremen mit dem 3:1-Erfolg im "Nordderby" gegen den Hamburger SV.

Keinen guten Einstand erlebte Marie-Louise Eta, die erste Cheftrainerin der Bundesliga, bei ihrem Debüt auf der Bank von Union Berlin gegen den VfL Wolfsburg. Zwar machten die Unioner kein schlechtes Spiel, verloren aber mit 1:2. "Die Leistung der Jungs war mehr als in Ordnung. Wir waren sehr nah dran, ein deutlich besseres Ergebnis zu erzielen", sagt Eta anschließend. "Die Niederlage fühlt sich sehr bitter an, weil die Art und Weise gestimmt hat, aber das Ergebnis nicht."

Für Wolfsburg war es der erste Sieg in der Bundesliga seit dem 14. Januar. Die "Wölfe" bleiben damit zwar Vorletzter, haben aber nur noch zwei Punkte Rückstand auf St. Pauli auf dem Relegationsrang. Für Schlusslicht 1. FC Heidenheim, das mit 1:2 beim SC Freiburg verlor, ist die Rettung dagegen kaum noch möglich.

 

Autor: Andreas Sten-Ziemons mit SID, dpa

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Fußball-Bundesliga: Warum ist der FC Bayern so überlegen?

 

Unangefochten und quasi konkurrenzlos hat Bayern München die deutsche Meisterschaft gewonnen. Was hat zum Erfolg beigetragen, und warum macht es die Konkurrenz den Münchenern nicht schwerer?

 

1. Welchen Einfluss hat der Trainer?

Der vielleicht wichtigste Wettbewerbsvorteil des FC Bayern München beginnt an der Seitenlinie. Trainer Vincent Kompany hat dem Kader eine klare Ordnung gegeben, ohne ihm die Spielfreude auszutreiben. Zudem hat er seinen Spielern den Anspruch eingeimpft, immer jedes Spiel so hoch wie möglich gewinnen zu wollen - selbst wenn alles bereits entschieden ist.

"Vincent Kompany ist ein Glücksgriff. Er macht das unheimlich gut - nicht nur in der Art und Weise, wie wir spielen, sondern auch darin, wie er den Spielern Spielfreude gibt", lobte Bayern-Präsident Herbert Hainer nach dem vorzeitigen Gewinn der Meisterschaft. "Wir haben 22, 23 Spieler, die alle mal spielen wollen. Die rotiert er durch, er gibt allen das Gefühl, dass sie dazugehören. Das macht unheimlich viel aus. Er tut auch dem Verein durch seine ruhige Art und Weise sehr gut."

Kompanys Mannschaft kennt kaum Leistungsschwankungen und bleibt auch nach Rückständen stabil. Bestes Beispiel war das Rückspiel im Viertelfinale der Champions League gegen Real Madrid. Dreimal lagen die Münchener hinten, kamen aber jedes Mal zurück und gewannen das Spiel am Ende noch.

 

2. Welche Transfers haben zum Erfolg beigetragen?

Eigentlich keine großen. Wunschlösungen wie Florian Wirtz, Xavi Simons oder Nick Woltemade waren nicht zu bekommen. Stattdessen kam "nur" Luis Diaz - ein Transfer nicht aus dem obersten Regal, aber ein weiterer Spieler auf Topniveau, der seine Rolle perfekt ausfüllte. Großen Einfluss auf die Stabilität der Defensive hatte Jonathan Tah, der ablösefrei aus Leverkusen kam und sich schnell zum Abwehrchef entwickelte. 

Seine Verpflichtung hatte zudem den Nebeneffekt, dass damit ein möglicher Konkurrent geschwächt wurde. Der Rest des Erfolgs speist sich aus einem seit Jahren gewachsenen Gerüst. Dass externe Impulse eher ausblieben, öffnete Raum für interne Entwicklung. Lennart Karl ist dafür das sichtbarste Beispiel: Das Talent aus der eigenen Jugend bekam viel Vertrauen und Spielzeit, zeigte gute Leistungen und stieg als 17-Jähriger zum Nationalspieler auf.

 

3. Was macht die Konkurrenz falsch?

Die Konkurrenz ist einfach nicht konstant und gut genug. Borussia Dortmund liegt zwar unangefochten auf dem zweiten Platz, hadert aber immer wieder mit der eigenen Spielweise und der mangelnden Chancenverwertung. RB Leipzig hat sich durch Neuverpflichtungen wie Brajan Gruda und Yan Diomande zwar verstärkt, ist aber - vor allem in den direkten Duellen mit den Bayern nicht auf Augenhöhe. 

Gleich das Auftaktspiel der Saison ging mit 0:6 verloren. Im Rückspiel hielten die Leipziger lange mit, gingen am Ende aber dann doch mit 1:5 unter. Der VfB Stuttgart spielt eine außergewöhnlich gute Saison und könnte sich zum zweiten Mal nach 2024 für die Champions League qualifizieren. Allerdings hat der VfB nicht die Tiefe im Kader, um dauerhaft ganz oben mithalten zu können.

Bayer 04 Leverkusen - vor zwei Jahren unter Trainer Xabi Alonso noch das Maß aller Dinge in der Bundesliga - arbeitet am Umbruch und bekommt keine Konstanz in seine Leistungen. In der einen Woche trotzen sie dem FC Bayern fast einen Sieg ab, kommen dann aber bei Schlusslicht 1. FC Heidenheim nicht über ein Unentschieden hinaus.

Alle vier Mannschaften besitzen weder die Qualität der Bayern, noch haben sie die Mentalität, unbedingt und immer jedes Spiel möglichst hoch gewinnen zu wollen. Während die Bayern sich offenbar nur wenig anstrengen müssen, um "normale" Spiele gegen "kleinere Gegner" zu gewinnen, gelingt das den anderen öfter nicht.

 

4. Welche Rekorde hat der FC Bayern schon gebrochen?

Der FC Bayern hat schon viele gute Spielzeiten absolviert - kein Wunder, wenn man bereits 35 deutsche Meisterschaften gesammelt hat. Allerdings sticht in dieser Saison die Torausbeute absolut heraus. Nach 30 Spielen haben die Bayern 109 Treffer erzielt und ihren eigenen Bundesliga-Torrekord aus dem Jahr 1972 (101 Tore) gebrochen. 

Sollten sie die restlichen vier Bundesliga-Spiele gewinnen, könnten sie mit 91 Punkten auch den Punkterekord aus der Saison 2012/2013 noch einstellen. Einziges Manko: Da sich die Münchener im Januar eine Niederlage gegen den FC Augsburg leisteten, können sie nicht ungeschlagen Meister werden. Das hat bislang nur Bayer Leverkusen im Jahr 2024 geschafft.

 

5. Was können sie noch erreichen?

In der Bundesliga hat der FC Bayern München keinen ebenbürtigen Gegner. Dass mal eine andere Mannschaft Deutscher Meister wird, passiert nur in Ausnahmefällen. 13 der 14 letzten Meistertitel gingen nach München. Daher richtet sich der Blick wie immer auch auf die Champions League, die die Bayern zuletzt 2020 gewonnen haben, als sie unter Trainer Hansi Flick das Triple holten. In diesem Jahr stehen die Chancen, erneut die europäische "Königsklasse" zu gewinnen, nicht schlecht. 

Nachdem im Viertelfinale "Angstgegner" Real Madrid aus dem Weg geräumt wurde, wartet im Halbfinale Titelverteidiger Paris St. Germain. Gegen PSG musste der FC Bayern bereits in der Vorrunde antreten und gewann mit 2:1. Außerdem ist der FC Bayern im DFB-Pokal noch dabei. Den "Pott" haben die Münchener seit 2020 nicht mehr gewinnen können und seitdem auch nicht mehr das Finale erreicht. Gegner im Halbfinale ist Bayer Leverkusen.

 

Autor: Autor Andreas Sten-Ziemons 

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