Kleiner Wegweiser durch den Klima-Jargon der COP28

8 Dez

FОТО: PIXABAY.COM.


Verwirrt von der Fachsprache der Klimapolitik? Keine Ahnung, was das 1,5-Grad-Ziel ist oder das Anthropozän? Wir haben ein kleines Glossar zusammengestellt, um es leichter zu machen, die COP28 in Dubai zu verfolgen.

 

Mit dem Beginn der UN-Weltklimakonferenz COP28 rückt der Klimanotstand wieder in den Fokus der Berichterstattung. Da lohnt es sich, die Fachausdrücke und Formulierungen zu kennen, die in der Diskussion häufig verwendet werden. 

 

Wofür steht die Abkürzung COP eigentlich? Von Anthropozän bis zu UNFCCC - hier finden Sie ein Glossar der wichtigsten Begriffe, die Sie häufig hören werden, wenn die Welt in Dubai über die Rettung unseres Planeten diskutiert.

 

1,5-Grad-Ziel

Das Ziel, den Klimawandel einzudämmen, indem die Erderwärmung bis zum Jahr 2100 auf 1,5 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau begrenzt wird. Viele Klimawissenschaftler sehen in einem solchen Temperaturanstieg das bestmögliche Erwärmungsszenario. Nicht nur Energie und Verkehr, auch das Wirtschaftswachstum, technische Entwicklungen und der Lebensstil werden bei möglichen Wegen zur Erreichung einer auf 1,5 Grad begrenzten Erwärmung berücksichtigt.


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Anpassung

Die Suche nach Möglichkeiten der Anpassung an den von Menschen verursachten Klimawandel, einschließlich der Anpassung an Wetterextreme. Negative Auswirkungen des Klimawandels können begrenzt werden, indem beispielsweise Gebäude nicht an Orten errichtet werden, die anfällig für Waldbrände oder einen Anstieg des Meeresspiegels sind. Entscheidend für die Finanzierung solcher Anpassungsmaßnahmen ist eine Klimafinanzierung.

 

Anthropozän

Menschliche Aktivitäten haben einen so großen Einfluss auf das Klima und die Umwelt, dass sie zur Benennung eines neuen geologischen Zeitalters geführt haben, dem Anthropozän. Die Mitte des 20. Jahrhunderts wird als Startpunkt dieser Epoche betrachtet. Also als der Moment, in dem menschliche Aktivitäten begannen, die Erde zu verwandeln, insbesondere durch den starken Anstieg der Kohlendioxidemissionen (CO2-Emissionen).

 

Carbon Lock-in

Die bestehenden, auf fossilen Brennstoffen basierenden Energiesysteme sind so dominant, dass sie Bemühungen um die Einführung alternativer Energien im Wege stehen. Als Carbon Lock-in werden die Beharrungskräfte bezeichnet, die aufgrund der Verfügbarkeit von kohle-, gas- und ölbefeuerter Energie den Übergang zu emissionsfreien Alternativen verhindern. Das Wissen um diese Kräfte kann politische Entscheidungsträger dazu motivieren, eine bestehende emissionsintensive Infrastruktur frühzeitig zu ersetzen.

 

CO2-Budget oder Kohlenstoffbudget

Die Menge der Treibhausgase, die die Menschheit in diesem Jahrhundert ausstoßen kann, ohne dass die Temperatur um mehr als 1,5 Grad Celsius steigt. Das CO2-Budget steht im Zusammenhang mit der Emissionsgrenze - und den damit einhergehenden Emissionsrechten oder Emissionszertifikaten, die im Rahmen eines Emissionsrechtehandels festgelegt werden. Die Akteure müssen Emissionszertifikate in Höhe ihrer Emissionen abgeben. Überschreiten sie ihr Budget, müssen sie weitere Emissionszertifikate erwerben.

 

CO2-Neutralität (häufig auch Klimaneutralität)

Die Herstellung eines Gleichgewichts, indem beim Ausstoß von CO2 eine entsprechende Menge aus der Atmosphäre entnommen und in Kohlenstoffsenken gebunden wird. Zu diesen Senken zählen auch Böden, Wälder und Ozeane. Werden die Senken beschädigt - oder im Falle von Wäldern gerodet - müssen die dadurch entstehenden Emissionen im gleichen Maße reduziert werden, um die CO2-Neutralität wiederherzustellen.

 

CO2-Steuer

Ein von Regierungen festgelegter Preis, den Emittenten für jede ausgestoßene Tonne Treibhausgas zahlen müssen. Im Unterschied zum Emissionshandel bietet die CO2-Steuer größere Sicherheit in Bezug auf die Kosten. In welchem Umfang die Emissionen reduziert werden, lässt sich dadurch jedoch nur schlecht steuern.

 

CO2-Preis

Als Teil eines Emissionshandelssystems kann sich der CO2-Preis auf die Kosten der Emissionen pro Tonne oder auf die Kosten der Emissionszertifikate beziehen. Je höher der CO2-Preis ist, desto größer der Anreiz, die Emissionen zu reduzieren. Der Preis bietet also auch einen Anhaltspunkt für die wirtschaftlichen Kosten der Emissionsminderung. Der CO2-Preis kann sich auch auf die CO2-Steuer beziehen, durch die Emissionen ebenfalls verteuert werden.

 

COP

Die Abkürzung steht für "Conference of the Parties", die "Konferenz der Vertragsparteien". Hierbei handelt sich um das oberste Gremium der UN-Konventionen, darunter die Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen. Auf der COP sind alle Staaten vertreten, die Vertragsparteien dieses Übereinkommens sind. Dort wird die Umsetzung der Ziele, die beispielsweise im Pariser Abkommen festgelegt wurden, überprüft. Außerdem wird darüber beraten, wie die Maßnahmen zur Eindämmung des Klimawandels besser umgesetzt werden können.

 

Dekarbonisierung

Der Versuch von Ländern, Einzelpersonen oder anderen Akteuren, keine CO2-Emissionen aus fossilen Brennstoffen mehr zu verursachen, insbesondere in den Bereichen Energie, Industrie und Verkehr.

 

Eindämmung des Klimawandels

Verringerung der Treibhausgasemissionen und Vergrößerung der Treibhausgassenken zur Begrenzung der globalen Erwärmung. Hierzu gehört auch die reduzierte Nutzung fossiler Brennstoffe, bei deren Verbrennung Treibhausgase wie CO2 und Methan freigesetzt werden.

 

Emissionshandel

Auch als "Cap and Trade" bekannt. Der Markt gibt einen Anreiz zur Reduzierung von CO2-Emissionen. Hierzu werden die zulässigen Treibhausgasemissionen begrenzt und in handelbare Emissionsrechte oder Emissionszertifikate aufgeteilt. Überzieht ein Unternehmen seine Emissionsrechte, muss es weitere Zertifikate erwerben. Unternehmen, die ihre Emissionen gesenkt haben und über ungenutzte Zertifikate verfügen, können diese verkaufen. Je geringer also die Emissionen sind, desto geringer sind die Kosten und desto höher ist der Gewinn.

 

Klimagerechtigkeit

Die Ärmsten und Schwächsten dieser Welt werden ebenso wie zukünftige Generationen am stärksten unter den Auswirkungen des Klimawandels leiden. Klimagerechtigkeit bedeutet, die Folgen des Klimawandels durch umfassende Investitionen in Klimaschutz, Anpassung und nachhaltige Entwicklung fair und gerecht auf alle Schultern zu verteilen.

 

Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC)

1992 fand in Rio de Janeiro in Brasilien die UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung, besser bekannt als "Erdgipfel" oder "Rio-Konferenz", statt. Dort unterzeichneten 154 Staaten ein Übereinkommen zur Bekämpfung der "gefährlichen menschlichen Eingriffe in das Klimasystem" durch die Verringerung der Treibhausgaskonzentration in der Atmosphäre. Das Kyoto-Protokoll von 1997 verankerte die Maßnahmen zunächst in der Klimakonvention UNFCCC. 2015 wurde das Protokoll durch das Übereinkommen von Paris abgelöst.

 

Kohlenstoffabscheidung und -speicherung (CCS)

CCS steht für Carbon Capture and Storage, einem Verfahren, das durch Reduzierung der CO2-Emissionen die Erderwärmung reduzieren soll. Das bei der Energieerzeugung oder industriellen Aktivitäten erzeugte CO2 wird hierbei abgeschieden und an eine Speicherstätte tief unter der Erde transportiert.

 

Kohlenstoffintensität

Eine Messgröße, die oft von Entwicklungsländern verwendet wird, wenn es um die Reduzierung von Emissionen geht. Sie misst die pro Einheit an Wirtschaftsleistung ausgestoßene CO-Menge. Die Wirtschaftsleistung wird meist durch das Bruttoinlandsprodukt angegeben.

 

Netto-Null

Der Ausgleich zwischen der Menge der ausgestoßenen Treibhausgase und der Menge, die der Atmosphäre entzogen wird. Für die CO2-Neutralität wäre das Pflanzen von Bäumen zur Schaffung von Kohlenstoffsenken ausreichend. Der Ausgleich soll jedoch nicht nur durch solche Kompensationen, sondern auch durch tatsächliche Emissionssenkungen erreicht werden.

 

Übereinkommen von Paris

Das erste universelle, rechtsverbindliche globale Klimaschutzabkommen, das auf der Pariser Klimakonferenz (COP21) im Dezember 2015 beschlossen wurde. Das Abkommen begrenzt die globale Erwärmung auf deutlich unter 2 Grad Celsius - vorzugsweise auf 1,5 Grad - und gibt so einen globalen Rahmen vor, mit dem ein gefährlicher Klimawandel vermieden werden soll.

 

Verluste und Schäden

Eine zentrale Säule der COP-Klimaverhandlungen in Ägypten im Jahr 2022 war die Verpflichtung zur Einrichtung eines Entschädigungsfonds. Entwicklungsländer und durch den Klimawandel besonders gefährdete Länder, die am stärksten von der Verschärfung von Wetterextremen betroffen sind, sollen aus diesem Fonds Gelder erhalten. Einzahlen in den Fonds sollen vorrangig die Industrieländer, die die größte Verantwortung für die Emissionen tragen, die globale Erwärmung und Klimaextreme auslösen.

 

Autor Jennifer Collins

Permalink - https://p.dw.com/p/4ZgP6


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