Metallica: 30 Jahre "Nothing Else Matters"

20 Apr

Die Wiener Sängerknaben haben es getan, das San Francisco Symphony Orchestra, Motörhead-Frontmann Lemmy Kilmister und sehr viele andere mehr: Gut tausend Mal wurde der Song "Nothing Else Matters" live auf der Bühne gespielt. 

 

Dem Portal "Coverinfo" zufolge wurden 110 Adaptionen eingespielt. Bereits um die Jahrtausendwende galt "Nothing Else Matters" als epochaler Song der Rockgeschichte.

James Hetfield: "Nichts ist weniger Metallica"

Das war nicht abzusehen, als Metallica-Frontmann James Hetfield Ende der 1980er-Jahre allein in seinem Zimmer saß. Er hatte Liebeskummer und rief einen Freund an, um ihm sein Leid zu klagen - gleichzeitig zupfte er gedankenverloren eine Melodie auf seiner Gitarre. Dass daraus überhaupt ein Song wurde, blieb für ihn lange unfassbar, wie er 2012 "The Village Voice", der Stadtzeitung von San Francisco, verriet. "Ich dachte, nichts ist weniger Metallica, das ist der letzte Song, den jemand hören will."

Der Frontmann musste erst überredet werden, das Lied 1991 auf das Album "Metallica", wegen seines Covers auch "The Black Album" genannt, zu nehmen. Denn textlich ist es ein sehr intimer Song, den Hetfield nicht unbedingt unter die Leute bringen wollte - wie er Jahre später der deutschen Zeitschrift "Der Spiegel" gestand: "Ich dachte, ich mache mich angreifbar. Ich habe in dem Lied mein Herz ausgestellt und hatte Angst, dass die Leute darauf herumtrampeln."

Ritterschlag durch Sir Elton John

Nein, es war gar kein typischer Inhalt für eine der weltgrößten Metal-Bands. Und auch musikalisch empfanden manche Fans den Song als Schlag ins Gesicht: Die Ballade hebt mit einem zartem E-Gitarren-Intro an und wird dann von einer Akustik-Gitarre getragen. Erst spät mischen sich Heavy-Metal-Elemente ein. Noch bitterer für die frühen Fans: die in den Song hineinwehenden Streicher-Klänge. Doch anderen gefiel der Song so gut, dass es mit "Nothing Else Matters" erstmals eine Metal-Hymne ins Mainstream-Radio schaffte. Am 20. April 1992 erschien das Lied, das ursprünglich auf die B-Seite gepresst war, als Single. 

Knapp 30 Jahre später kürte der britische Pianist und Pop-Titan Sir Elton John in Howard Sterns TV-Show "Nothing Else Matters" dann sogar zu "einem der besten je komponierten Songs". Die Akkord-Struktur, die Melodie und die Tempi-Wechsel machten ein echtes Drama-Stück aus, schwärmte er. "Ich konnte es kaum abwarten, dieses Lied zu spielen." Hetfield zeigte sich von diesen Worten tief bewegt und verdrückte sogar ein paar Tränchen. 

Ein universeller Pop-Song

Zum 40. Bandjubiläum schenkte sich Metallica 2021 selbst ein Album, auf dem u.a. zwölf "Nothing Else Matters"-Versionen zu hören sind. Neben Elton John und Miley Cyrus haben auch Depeche Mode-Sänger Dave Gahan und der Pianist Igor Levit den Song gecovert. Und so bleibt "Nothing Else Matters" auch 30 Jahre nach der Veröffentlichung ein universeller Pop-Song, der aus der DNA und dem Live-Kanon der Band nicht mehr wegzudenken ist.

 

Autor Sven Töniges     

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Sir Elton John ist jetzt auch Ritter der Ehrenlegion

 

Den Titel "Sir" trägt der Popstar bereits seit mehr als 20 Jahren. Nun wurde er mit der höchsten Auszeichnung Frankreichs geehrt - als Dank für den engagierten Kampf gegen HIV und Aids.

 

Nur einen Tag, nachdem in Paris das Gerücht rund um die Auszeichnung aufgekommen war, wurde bereits Vollzug vermeldet: Seit diesem Freitag darf sich Elton John Ritter der Ehrenlegion nennen. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron verlieh dem 72-Jährigen diesen Titel bei einem Treffen im Elysée-Palast. Er würdigte dabei unter anderem das Engagement Johns gegen HIV und Aids.

Der Sänger zeigte sich berührt und geehrt. "Ich habe eine große Liebesaffäre mit Frankreich. Ich habe hier ein Haus", sagte der Star, der die Ehrung im Beisein seines Mannes David Furnish und der beiden gemeinsamen Kinder entgegennahm. 1992 gründete John eine Stiftung für Aids-Kranke, wenige Monate nach dem Tod seines Freundes, dem Queen-Sänger Freddie Mercury. Die Stiftung hat seitdem mehr als 350 Millionen Euro eingenommen.

Letzte große Tour

John absolviert gerade seine letzte Welttournee und gibt dabei auch mehrere Konzerte in Frankreich. Parallel dazu läuft im Kino "Rocketman" - eine nach einem bekannten Song Johns betitelte Musical-Biographie, die von den Kritikern durchweg positiv aufgenommen wurde.

Macron nahm das Treffen mit der Pop-Legende zum Anlass, um zum Kampf gegen gefährliche Krankheiten wie Aids, Tuberkulose und Malaria aufzurufen. Ziel sei es, bei der nächsten Geberkonferenz des Globalen Fonds am 10. Oktober in Lyon mehr als 13 Milliarden Dollar (rund 11,5 Milliarden Euro) einzusammeln. Dies würde es ermöglichen, 16 Millionen Leben zu retten, sagte Macron.

 

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