Mick Jagger reißt auf der Bühne seinen Arm in die Höhe. Im Hintergrund spielen seine Bandkollegen Schlagzeug, Gitarre und Bass.
Urgesteine der Musikwelt: die Rolling Stones
Es ist eine Kooperation der Giganten: Paul McCartney wird als Bassist auf dem nächsten Album der Rolling Stones zu hören sein. Wie die britische Nachrichtenagentur PA am Mittwoch meldete, habe der 80-Jährige den Basspart für einen der Songs eingespielt. Stones-Frontmann Mick Jagger und Gitarrist Keith Richards hätten unterdessen andere Lieder gemischt.
Entgegen anderer Berichte sei Beatles-Schlagzeuger Ringo Starr aber nicht auf dem Album dabei, sagte ein Stones-Sprecher. Die neue Platte, die noch keinen Namen hat, soll in diesem Jahr erscheinen. Laut PA sei auf etwa der Hälfte der Songs noch der 2021 verstorbene Stones-Schlagzeuger Charlie Watts zu hören. Die anderen Lieder seien mit Drummer Steve Jordan eingespielt worden, der seit Watts' Tod mit der Gruppe unterwegs ist.
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Die Stones feiern ihr 60-jähriges Jubiläum
Vier Teenager traten am 2. Juli 1962 im Marquee Club in der Londoner Oxford Street vor rund 100 Zuschauern auf die Bühne. Vorher hatten sie nur in Garagen gespielt. Sie traten als Ersatz für Alexis Korner an, weil der Blues-Musiker das vereinbarte Konzert aufgrund von gleichzeitig stattfindenden TV-Aufnahmen abgesagt hatte. Seitdem haben die Rolling Stones eine beispielhafte Karriere hingelegt.
Die Anfänge: Rhythm & Blues
Mick Jagger und Keith Richards kennen sich schon aus der Schulzeit. 1962 gründen sie die Rolling Stones. Mit dabei beim ersten Konzert in London: Tony Chapman am Schlagzeug, Dick Taylor am Bass und Ian Stewart am Piano. Kurz darauf wird umbesetzt. Auf dem ersten Album "The Rolling Stones" (1964) spielt Brian Jones die zweite Gitarre, Bill Wyman den Bass und Charlie Watts die Drums.
Bad Boy Band
1964 sind die Beatles mit ihren Feel-Good-Songs bereits auf dem Sprung zur Weltkarriere. Andrew Loog Oldham, damals Manager der Stones, will mit den "Rollenden Steinen" einen Gegenpol zu den Fab Four schaffen. Sie sollen sich als die "Bad Boys" der Musikszene einen Namen machen. Bei ihrem ersten TV-Auftritt in der Show "Ready Steady Go" wirken die Jungs allerdings noch ziemlich brav.
Image-Wandel gelungen
Ein Jahr später kommen die Rolling Stones ins Westfälische: Im eher konservativen Münster spielen sie am 11. September ihr erstes Deutschlandkonzert. Die Polizei hat Mühe, die ausflippenden Fans im Zaum zu halten. Die meisten Münsteraner betrachten die Stones allerdings eher argwöhnisch. Dabei haben die Westfalen noch Glück - in Berlin zerlegen die Fans die Waldbühne geradezu.
Genialer Einfall
Im Mai 1965 sind die Steine zum dritten Mal in den USA auf Tour. Erneut spielen sie überwiegend Coverversionen US-amerikanischer Hits. Sie haben noch zu wenig eigene Nummern. Eines Nachts fällt Keith eine Melodie ein und er zupft sie auf seiner Gitarre. Er findet sie so magisch, dass er sie aufnimmt und Mick vorspielt: Die Hookline ihres ersten Welthits "Satisfaction" ist geboren.
Schock in Altamont
Das "Altamont Free Concert", initiiert vom Stones-Management, soll eine Gegenveranstaltung zu Woodstock sein. Neben den Stones auf der Bühne: u.a. Santana, Crosby, Stills, Nash & Young, Jefferson Airplane. Als die Stones auftreten, gibt es Rangeleien im Publikum. Immer wieder muss das Konzert unterbrochen werden. Als Aufpasser fungieren die immer aggressiver werdenden Hells Angels.
Sex, Drugs & Rock'n'Roll
Keine andere Rockband entspricht in den 1960er-Jahren mehr diesem Klischee als die Stones. Die Kombination von Rockmusik, freier Liebe und Drogenkonsum gehört einfach dazu. Stones-Gitarrist Brian Jones machen die Drogen aber leider krank. Im Juni 1969 verlässt er deshalb die Band. Kurze Zeit später ertrinkt er unter mysteriösen Umständen in seinem Swimmingpool.
Der neue Mann an den Drums
Steve Jordan wollte nur für ein paar Gigs einspringen und mit den Stones die "No Filter"-Tour zu Ende spielen. Doch nun sitzt er weiterhin im Maschinenraum der dienstältesten Rockband. Wobei er mit seinen 65 Jahren das Küken der Band ist und den Altersdurchschnitt erheblich senkt. Auch bei der Sixty-Europa-Tour ist der Neue an den Drums unverzichtbar.
Autorin/Autor: Conny Paul, Silke Wünsch
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Obwohl die Beatles und die Rolling Stones als die berühmtesten britischen Bands ihrer Zeit oft als Rivalen dargestellt wurden, haben die Musiker immer wieder zusammengearbeitet. So trat John Lennon 1968 als Teil einer "Supergruppe" namens The Dirty Mac bei der Show "Rolling Stones Rock and Roll Circus" auf. Stones-Gründungsmitglied Brian Jones spielte im Gegenzug beim Beatles-Lied "You Know My Name (Look Up The Number)" als Gitarrist mit.
Den Song "I Wanna Be Your Man" hatten McCartney und John Lennon einst für die Stones geschrieben, später nahmen ihn die Beatles auf.
bb/mge (dpa)
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