Pionierinnen des Sports

17 Jun

Es gibt einige Vorkämpferinnen, die in Männerdomänen eindringen - nachhaltig ist ihr Erfolg aber nicht immer.

 

Klarer Sieg gegen die Männer

Mit neun Schlägen Vorsprung verweist die Schwedin Linn Grant beim Scandinavian-Mixed-Turnier die - auch männliche - Konkurrenz in die Schranken. Als erste Frau gewinnt sie ein offizielles Turnier der DP World Tour. "Ich hatte die ganze Woche das Gefühl, dass die Frauen gegen die Männer spielen und wer auch immer diesen Pokal holt, das entsprechende Feld repräsentiert", sagt sie.

 

"Nicht menschlich"

"Ich fühle mich im Moment weder weiblich noch männlich oder gar menschlich", sagt Rachael Blackmore nach ihrem Sieg im Grand National. Die 31-jährige Irin hat auf ihrem Pferd Minella Times soeben Sportgeschichte geschrieben: Als erste Frau gewinnt sie das härteste Hindernis-Galopprennen der Welt, das seit 1839 ausgetragen wird. Die erste Frau überhaupt im Grand National war 1977 Charlotte Brew.

 

Keine Unterschiede

Anfang der 1970er Jahre kämpft Billie Jean King dafür, dass männliche und weibliche Tennisprofis gleiche Preisgelder erhalten. Aus Protest gründet die zwölfmalige Grand-Slam-Gewinnerin 1970 mit anderen Spielerinnen eine eigene Turnierserie, aus der später die Women's Tennis Association WTA entsteht. 1973 haben King und Co. Erfolg: Bei den US Open sind die Siegprämien für Frauen und Männern gleich.

 

Als "Pilotino" in den Rennstall

Maria Teresa de Filippis war die erste Frau in einem Formel-1-Boliden. Die Italienerin fand 1948 als 22-Jährige zum Rennsport. Maserati verpflichtete sie als Werksfahrerin. Daraufhin nahm sie 1958 an einigen Rennen der Automobil-Weltmeisterschaft teil, die heute als Formel-1-WM bezeichnet wird. Als ein Jahr später ein enger Freund tödlich verunglückte, beendete sie ihre Karriere.

 

Gegen jeden Widerstand

Obwohl der erboste Renn-Direktor des Boston Marathon (2.v.r) versucht, ihr die Startnummer zu entreißen, läuft Kathrine Switzer 1967 als erste Frau bei einem Marathon mit und beendet ihn auch erfolgreich. Sie hatte sich heimlich angemeldet. Die längste erlaubte Frauen-Distanz sind damals die 800 Meter. Einige Jahre nach Switzers Coup werden Frauen auch offiziell bei Langstreckenrennen zugelassen.

 

Sehr oft "die Erste"

2003 übernimmt Meredith Michaels-Beerbaum als erste und bisher einzige Frau die Führung in der Weltrangliste der Springreiter. Sie ist auch die erste Frau in der deutschen Equipe bei einem großen Championat und stößt damit Türen auf für jüngere Reiterinnen. "Als ich nach Deutschland kam, war sehr deutlich, dass Frauen in meinem Sport zweitrangig sind", sagt die gebürtige US-Amerikanerin später.

 

Publikumsliebling

Die Radsportlerin Alfonsina Strada schreibt sich 1924 als Alfonsin Strada beim Giro d'Italia ein. Die Veranstalter halten sie für einen Mann. Als die Wahrheit herauskommt, darf sie dennoch starten. Sie scheidet nach einigen Etappen wegen Zeitüberschreitung aus, bleibt aber im Feld, weil das Publikum sie so liebt. Sie ist die einzige Frau, die je bei einer großen Rundfahrt bei den Männern startete.

 

Recht aufs Fliegen

Bis Anfang der 1990er Jahre ist Frauen-Skispringen vom Weltverband nicht zugelassen. Eva Ganster kann sich nur als Vorspringerin bei den Männern zeigen. 1997 springt die Österreicherin als erste Frau von einer Skiflugschanze. Gansters Vorarbeit wirkt: Seit 2011 gibt es einen Weltcup, 2014 ist es erstmals olympisch. Wunschziel ist eine eigene Vierschanzentournee.

 

Autorität auf dem Platz

Die Schweizerin Nicole Petignat ist 2003 die erste Frau, die ein Fußball-Europapokalspiel der Männer leitet, auch in der Schweizer Liga ist sie im Einsatz. Bei den Frauen pfeift Petignat WM-und EM-Finals. Die Französin Stéphanie Frappart leitet im Früjahr 2021 als erste Frau ein WM-Qualifikationsspiel der Männer. Trotzdem sind weibliche Referees im Männerfußball immer noch eine Seltenheit.

 

First Down!

Erstmals in der Geschichte des Super Bowl gehört 2021 mit Sarah Thomas eine Frau zur Schiedsrichter-Crew im Finale der American-Football-Liga NFL. Sie setzt sich damit gegen viele Vorurteile durch. "Kollegen, Trainer und Spieler sehen mich mittlerweile einfach als Offizielle. So will ich es haben", sagt Thomas. "Ich habe nie zugelassen, dass mein Geschlecht Ausrede oder Vorwand für Menschen ist."

 

Durch die Wüste

Hitze, Staub, unwegsames Gelände und die zahlreiche männliche Konkurrenz - all das macht Rallyepilotin Jutta Kleinschmidt nichts aus, als sie 2001 als erste Frau die Rallye Dakar gewinnt. Nach dem Sieg wird sie in Deutschland auch zur "Sportlerin des Jahres" gewählt. Die gelernte Diplom-Ingenieurin nimmt insgesamt 18 Mal an der härtesten Rallye der Welt teil, außerdem an etlichen anderen Rennen.

 

Autor Andreas Sten-Ziemons

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