"Squid Game": Netflix bestätigt zweite Staffel

14 Jun

Wer das Ende der ersten Staffel von "Squid Game" gesehen hat, dürfte es bereits geahnt haben - jetzt ist es auch von Netflix offiziell bestätigt: Der koreanische Serienhit geht in die zweite Runde.

 

Auf Twitter veröffentlichte der US-Streaming-Anbieter einen entsprechenden kurzen Clip, der - wahrscheinlich - das Killerauge der "Young-Hee"-Puppe aus Staffel 1 zeigt und mit der typischen, harmlos anmutenden, aber angesichts der brutalen Geschichte furchteinflößenden Kindermusik untermalt ist. Im Tweet des deutschen Netflix-Accounts heißt es passend dazu: "Auf die Plätze. Fertig. Grünes Licht. Squid Game geht weiter, nur auf Netflix. #SquidGameS2."

Unter das kurze Video postete Netflix außerdem ein Statement von Regisseur und Erfinder Hwang Dong-Hyuk, das erste Details zur zweiten Staffel verrät: "Gi-Hun kehrt zurück. Der Frontmann kehrt zurück. Der Mann im Anzug mit ddakji könnte zurückkommen. Ihr werdet auch Young-Hee's Freund kennenlernen, Cheol-Su", schreibt er. Wann die neue Staffel an den Start gehen soll, ist noch nicht bekannt.

Kinderspiele gepaart mit expliziter Gewalt

Vergangenes Jahr wurde "Squid Game" zur erfolgreichsten Netflix-Serie überhaupt: 142 Millionen Haushalte schalteten sie allein in den ersten vier Wochen nach ihrem Erscheinen im Herbst 2021 ein. In über 90 Ländern landete sie auf Platz 1.

Es ist wohl die Mischung aus einfachen Kinderspielen und ungeheurer Brutalität, die die Menschen so sehr faszinieren. Dazu die tragischen Geschichten der Protagonisten, die sich überhaupt erst aus ihrer Not heraus auf das Spiel einlassen - und schlimmstenfalls mit dem Tod bezahlen. Denn nur, wer alle sechs Kinderspiele meistert, darf die 45,6 Milliarden Won (etwa 33 Millionen Euro, Stand 2021) am Ende mit nach Hause nehmen. Die Verlierer werden Spiel für Spiel skrupellos durch Hinrichtung eliminiert.

Trotz der rohen Gewalt, die "Squid Game" zweifelsohne zeigt, wurde die Serie immer wieder gelobt: etwa als Spiegelbild der südkoreanischen Gesellschaft, in der die sozialen Unterschiede weit auseinanderklaffen. Die Corona-Pandemie verstärkte die Schere zwischen Arm und Reich nochmal.

Spiegel der koreanischen Gesellschaft

Letztlich verhalf sie Regisseur und Drehbuchautor Hwang Dong-hyuk dazu, dass sein Drehbuch endlich Gehör fand - sage und schreibe zwölf Jahre war es in der Pipeline. Corona habe die Geschichte salonfähig gemacht, erzählte er dem Wallstreet Journal vergangenes Jahr. "Die Welt hat sich verändert. Im Vergleich mit dem, was vor zehn Jahren war, machen all diese Punkte die Geschichte für die Menschen heute sehr realistisch."

Ein Wegbereiter für den Erfolg von "Squid Game" war sicherlich auch der koreanische Film "Parasite", der 2019/20 den Oscar und die Goldene Palme in Cannes gewann. Auch hier ist die koreanische Gesellschaftsstruktur das zentrale Thema.

Eine weitere Staffel von "Squid Game" dürfte erneut Millionen Menschen vor die Bildschirme locken. Doch wird die Serie - neben dem Erfolgshit Stranger Things, von dem gerade die vierte Staffel an den Start ging - Netflix' Einbußen bei den Nutzerzahlen wieder wett machen?

Netflix-Aktie verliert an Wert

200.000 Abonnentinnen und Abonnenten hat der Streamingdienst zum ersten Mal seit 2011 im ersten Quartal verloren. Für das zweite erwartet Netflix den Verlust weiterer zwei Millionen. Als Ursachen führt der Dienst unter anderem die Inflation sowie den langsameren Anstieg des Anteils von Smart-TVs an. Außerdem den Krieg in der Ukraine, mit dem Netflix auf einen Schlag 700.000 Nutzerinnen und Nutzer verlor - weil man das Russlandgeschäft stoppte. Außerdem ist in den vergangenen Jahren mit Anbietern wie Disney, Amazon Prime oder Apple die Konkurrenz immer größer geworden.

Um wieder auf Erfolgskurs zu kommen, hat Netflix verschiedene Ideen. Geteilte Abos könnten künftig teurer werden. Außerdem wird an einem günstigeren Abo mit Werbung gearbeitet. Und nicht zuletzt sollen quotenversprechende Fortsetzungen - wie die von "Squid Game" - das Ruder wieder herumreißen.

 

Autorin Bettina Baumann

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